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Weizen-Infos

Weizen wird grundsätzlich als Winterweizen, Sommerweizen und Wechselweizen angebaut.

Der Winterweizen

wird dabei im Herbst gesät und verträgt Frost bis zu -20°C. Im Frühling beginnt der Weizen dann zu Schossen und es entwickeln sich die ersten Blätter. Weizen befruchtet sich selbst und bildet pro Pflanze zwei bis drei Halme aus. Diese Ähren enthalten 20 – 40 Weizenkörner. Für ein gutes Wachstum benötigt der Weizen die richtigen Nährstoffe. In erster Linie wird Stickstoffdünger verwendet, um das Wachstum der Pflanzen zu verbessern. Im Hochsommer kann der Winterweizen dann geerntet werden, aufgrund der hohen Ernteerträge ist er anderen Getreidesorten überlegen. Das Stroh bleibt bei der Ernte auf dem Feld zurück und wird anschließend zu Strohballen gepresst, die als Streu für die Tierhaltung dienen. In Deutschland wird mit zirka 90% hauptsächlich Winterweizen angebaut.

Der Sommerweizen

wird in Deutschland kaum angebaut, da er geringere Erträge liefert. Diese Weizenart wird im Frühling gesät und benötigt keine Ruhephase wie der Winterweizen, sondern beginnt direkt zu Schossen.

Der Wechselweizen

bietet Vorteile, wenn er im Spätherbst (November oder Dezember) oder sehr früh im Frühjahr (Februar) gesät wird. Diese Weizenart kann durchaus auch bei leicht gefrorenem Boden ausgesät werden.

Desweiteren unterscheidet man beim Weizen zwischen Weichweizen und Hartweizen.

Der Weichweizen wird in erster Linie für Brot und Backwaren verwendet wird. Er wird aber auch zur Tiermast eingesetzt. Zudem lässt sich aus Weichweizen Bioethanol herstellen. Im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern handelt es sich bei Bioethanol um einen nachwachsenden Kraftstoff, der zum Beispiel für Autos oder Maschinen verwendet wird.

Neben dem Weichweizen gibt es noch den Hartweizen, der weltweit zirka 10% der Weizenerträge ausmacht. Diese Weizenart wird vor allem in den europäischen Mittelmeerstaaten Frankreich, Italien und Spanien angebaut. Besonders gut eignet sich der Hartweizen für die Herstellung von Teigwarenprodukten wie Nudeln oder Grieß.

An den Warenterminbörsen unterscheidet man den Weizen nach der Weizenart und dem Anbaugebiet.

Globale Weizenproduktion

Globale Weizenproduktion

Die größten Weizenerzeuger weltweit

Die weltweite Weizenernte liegt derzeit bei ungefähr 650-700 Millionen Tonnen Weizen. Die größten Weizenerzeuger weltweit sind China und Indien, die zusammen bereits 30% des weltweiten Angebots erzeugen. Danach kommen Russland und die USA gefolgt von Frankreich, Kanada und Deutschland. Rechnet man die Ernten der einzelnen EU-Mitgliedsländer zusammen, ist nach wie vor die EU der größte Weizenproduzent der Welt.

Überschüsse erwirtschaften vor allem Argentinien, Australien, Kanada, die USA und viele Euro-Länder. Als Import-Nationen treten Russland und asiatische Länder auf, die den Weizen in erster Linie als Nahrungsmittel benötigen.

Weizenverwendung

Nach Mais ist der Weizen damit das zweithäufigste Getreide der Welt und wird damit noch häufiger angebaut als Reis. Der Großteil der Weizenproduktion wird zur Weiterverarbeitung in der Lebensmittelindustrie verwendet. Es werden daraus Brote und Backwaren aber auch Nudeln und Grieß hergestellt. Zudem wird Weizen häufig in der Tiermasthaltung als Futtermittel verwendet und inzwischen wird aus Weizen auch Bioethanol und Stärke hergestellt.

Weizen gilt als Cash Crop, da die Weizenerzeuger durch den Anbau von Weizen mehr Geld verdienen, als mit anderen Getreiden oder Pflanzen. In Deutschland liegen die Erträge durchschnittlich bei 81 dt/ha, während der durchschnittliche Ertrag auf der Welt bei 31 dt/ha liegt. Um diese Ernten zu erzielen müssen 2 dt/ha Saatgut ausgebracht werden.

Weizen stammt ursprünglich aus dem Orient und ist für warme und trockene Sommer ausgelegt. Durch spezielle Züchtungen kann Weizen inzwischen aber in großen Teilen der Welt angebaut werden. Eine besondere Kreuzung aus Weizen und Roggen zum Beispiel ermöglicht den Agrar-Anbau in kälteren Klimazonen der Erde. Der heute am häufigsten angebaute Weizen, der Weichweizen, wird sowohl als Sommerweizen wie auch als Winterweizen gesät. Er benötigt eine Temperatur von mindestens +4°C um zu keimen.

Für eine gute Weizenernte ist das Wetter der entscheidende Faktor. Der Weizen liebt zwar trockene Sommer, aber eine langanhaltende Dürre hat schon so manche Weizenernte zunichte gemacht. Weitere Gefahren drohen den Weizenerzeugern durch Überschwemmungen und Krankheiten. Auch große Temperaturschwankungen sorgen für Minderernten der Weizenproduzenten.

Handelsplätze

 

Von 1870 an wurden standardisierte Futures-Kontrakte an den Terminbörsen "New York Produce Exchange" und der 1842 gegründeten "New York Cotton Exchange" notiert und gehandelt. Zahlreiche weitere Terminbörsen sind seither entstanden. Manche davon haben ihren Betrieb wieder eingestellt, andere haben sich zu Gruppen zusammengeschlossen.

Die heute umsatzmäßig bedeutsamste Terminbörse weltweit ist die CME Group, die aus fünf eingegliederten Sektionen besteht[1]. Die umsatzmäßig größte europäische Derivatebörse ist die zur Deutsche Börse AG und Schweizer Börse SWX gehörende European Exchanges (Eurex Frankfurt AG) – welche einst von Frühjahr 1999 bis Ende 2004 weltweit insgesamt den höchsten Umsatz in Futures verzeichnen konnte[2]. Dort notieren auch Kartoffel-, Schweine-, Ferkel-, Magermilchpulver- und Butterkontrakte.

Für den europäischen Warenterminhandel am bedeutungsvollsten ist die NYSE Euronext einschließlich Liffe, NYSE Liffe, NYSE Arca Options und American Stock Exchange[3]. An diesen Börsen können unter anderen Weizen, Mais, Raps, Braugerste und Milchpulver gehandelt werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird diese auch als MATIF bezeichnet.



[1] a.) der 1898 gegründeten Chicago Mercantile Exchange (CME);  b.) dem Chicago Board of Trade (CBoT); c.) der New York Mercantile Exchange (NYMEX) zusammen mit d.) der Sektion der COMEX, die mit ihrer Übernahme am 22. August 2008 nun allesamt der CME Group Inc. angehören, sowie e.) dem im Jahre 2012 eingegliederten Kansas City Board of Trade (KCBT).

 [2] Ebenfalls Mitglied dieser Eurex Börsen ist die International Securities Exchange (ISE).

 [3] Die NYSE Euronext entstand aus dem Zusammenschluss zwischen NYSE Group, Inc. und Euronext N.V. am 4. April 2007. Die paneuropäische Börse Euronext umfasst den Wertpapier- und Derivatehandel von acht Börsen an den sechs verschiedenen Handelsplätzen: Amsterdam, Brüssel, London (LIFFE U. K. - London Financial Futures & Options Exchange – wurde im Jahr 2002 von der Euronext übernommen), Lissabon und Paris, sowie die NYSE Arca Options und die NYSE American Stock Exchange in den USA.